PENSIONIERTENVEREIN DER KANTONSPOLIZEI
BASEL - STADT
gegründet 1938



Niggi Näggi Feier
2019



Niggi Näggi Feier 2019

Der 5. Dezember 2019 ist der erste Donnerstag in diesem Monat. Normalerweise treffen sich die pensionierten Polizisten jeweils am ersten Donnerstag jeden Monats im Konferenzsaal des Restaurants Rheinfelderhof und geniessen dort ein von einer Koryphäe vorgetragenes, interessantes und spannendes Referat.

Diesen Donnerstag ist es etwas anders. Es wird uns nicht erklärt, warum im Alter die Knochen mehr schmerzen als früher, als wir noch jünger waren. Oder was wir tun können, um irgendwelche Krankheiten zu vermeiden, oder zumindest deren Ausbruch so lange wie möglich hinauszuzögern. Nein, diesen Donnerstag sind wir einfach mal eingeladen, weil die 'Regierung' uns danke sagen will für die Jahre, die wir für diesen Kanton gearbeitet haben.

Um 17:00 Uhr treffen wir uns im Ausbildungszentrum der Kantonspolizei an der General-Guisan-Strasse. Der Einladung, welche durch den Kommandanten der Kantonspolizei Oberst Martin Roth erfolgt ist, sind etwas über 200 Pensionierte gefolgt.









Der Kommandant begrüsst uns in einer kurzen Ansprache. Er erwähnt, dass er sich erst wieder beim Abfassen des Jahresberichts darüber bewusst wurde, wie rasch das Jahr vergangen war. Das Vorausplanen sei manchmal bedrückend, weil man langsam voranschreite. Zurückblickend stelle man aber fest, wie rasch doch alles gegangen sei.

So zum Beispiel bei der Anschaffung der neuen Sekundärwaffe, der neuen Maschinenpistole. Obwohl immer noch funktionstüchtig, habe man die alte Maschinenpistole nach 40 Jahren ersetzt und sich angepasst, weil die Gegenseite mit immer stärker werdender Feuerkraft auftrete.

Oder aber auch bei den taktischen Veränderungen, die man vornahm. Heute sei man in der Lage, dass sich jede Polizistin, jeder Polizist, ob im Auto, auf dem Polizeiposten oder im Büro, beim Ausrücken um eine lebensbedrohende Lage zu bekämpfen, mit den gleichen Waffen und dem gleichen Schutzpaket ausrüsten könne.

Und auch bei beim Überzeitabbau sei man vorangekommen. Zwar würden pro Einsatz weniger Überstunden generiert, die eingesetzten Kräfte müssten aber einen grösseren Aufwand betreiben.

Der Kommandant nimmt nochmal Bezug auf das im letzten Jahr vorgestellte Tesla Fahrzeug. Der Energiewechsel von Verbrennungsmotoren auf elektrisch oder mit Wasserstoff betriebene Fahrzeuge werde in den nächsten Jahren mehr und mehr kommen, und es sei wichtig, dass auch die Polizei in dieser technischen Entwicklung am Ball bleibe, um nicht in Zugszwang zu geraten.

Informationstechnisch sei man auch innovativ unterwegs. Es sei aber nicht nur eine technische Herausforderung, sondern eine grosse Herausforderung an alle Mitarbeiter, weil die Ablösung einer Technologie auch eine Veränderung aller nachfolgenden Prozesse zu Folge habe.

Auch die Ausbildung der Mitarbeiter sei ein Faktor, der zu berücksichtigen sei. So betrage zum Beispiel die Ausbildung bei einer Neubewaffnung pro Mitarbeiter mindestens einen Tag, was zusätzliche Ressourcen verbrauche.

Nach dem kurzen Rückblick wünscht der Kommandant einen schönen Abend, frohe Festtage und gute Gesundheit.



Unser Präsident Bernard Kaesermann bedankt sich im Namen der Pensionierten für die Einladung herzlich. Dass man uns Pensionierte jedes Jahr für die langjährige Mitarbeit mit einem Fest danke, zeige die Wertschätzung uns gegenüber, was uns mit Stolz und Befriedigung erfülle. Zum Zeichen unserer Dankbarkeit überreicht er dem Regierungsrat Baschi Dürr und dem Kommandanten Oberst Martin Roth ein kleines Präsent.

Ebenfalls danke schön sagt er zu den beiden Polizistinnen, Dienstleiterin Charlotte Kabay Flück und Fw 1 a.i. Kim Ernst von der Abteilung 'Rekrutierung und Anlässe', welche für die Organisation des Festes zuständig sind. Auch ihnen übereicht Bernard Kaesermann ein kleines Präsent.

Zum Schluss weist unser Präsident auf die Spendenaktion hin, welche wir wie jedes Jahr an diesem Anlass durchführen. Die letzten beide Jahre überwiesen wir das Geld an die Stiftung Theodora. Letztes Jahr betrug die Spende CHF 2'240.30. Der Verein rundete den Betrag auf CHF 2'300.-- auf. Auch dieses Jahr soll die Spende an die genannte Stiftung gehen.

Wir sollen spendabel sein, bittet unser Präsident. Und weil Notengeld einfacher zu zählen und leichter zu transportieren sei, solle man keine Rappen ins "Kässeli" werfen. Zum Schluss wünscht Bernard Kaesermann frohe Festtage, viel Glück und gute Gesundheit.



Nach den Dankesworten unseres Präsidenten vergnügen wir uns beim Apero. Diskutieren mit diesem und jenem Kollegen, frischen alte Freundschaften auf und erzählen von früher (waisch no...?!).













Nach einer knappen Stunde richtet Regierungsrat Baschi Dürr das Wort an uns.

Es gebe Dinge, die seien für den Regierungsrat, dem Kommandanten und die Polizistin, den Polizisten gleich. Alle Regulatoren, alle Verordnungen, alle Weisungen würden immer weiter zunehmen aber dadurch nicht vereinfacht. Es sei aber nicht allein das Problem, dass dies alles immer weiter zunehme, auch der Druck dies alles genau einzuhalten, nehme deutlich zu.

Wenn man früher ein neues Rapportsystem einführen wollte, kaufte man einen neuen PC, neue Software und die Sache sei gelaufen. Heute müsse man mit all den IT- Abhängigkeiten, mit den ganzen Beschaffungsregeln hin und her überlegen, so dass es schwierig werde, etwas zu bekommen das tauglich und einigermassen aktuell sei.

Es sei auch nicht sinnvoll, darüber zu lamentieren, dass früher alles besser und einfacher gewesen sei als heute. Man müsse versuchen, die Organisation so aufzustellen, dass man sich an die Regulatoren auch in schwierigen Themen halten könne. Die Polizei habe sich in den letzten Jahren immer verbessert und die Ziele erreicht, die man sich gesteckt habe.

Die Akzeptanz gegenüber der Politik und der Polizei sei gesunken. Die Anforderungen für den Polizist, die Polizistin auf der Strasse würden immer schwieriger. Zum einen fordere man immer mehr und zum andern akzeptiere man immer weniger. Wenn jemand etwas zu viel oder anders mache, auch wenn es dem gesunden Menschenverstand entspräche, laufe er Gefahr einer Anzeige wegen Amtsanmassung.

Die politische Debatte rund um die Polizei und die Justiz sei früher etwas entspannter gewesen, habe sich aber merklich verändert. Die politischen Angriffe von links wie auch von rechts seien härter. Man habe zu rasche regiert hiesse es von links und im gleichen Ereignis genau das Gegenteil von rechts. Man müsse auch immer wieder mit 'Friendly Fire' von aktiven und pensionierten Kollegen rechnen.

Man habe aber viel gelernt und man sei auch hier gut aufgestellt und unterwegs. Es sei festzuhalten, dass man überzeugen könne, warum man etwas brauche und warum man es eben nicht brauche. Wesentlich sei, dass man alle Projekte durchgebracht habe. Man habe aufstocken können, man habe investieren können.

Regierungsrat Baschi Dürr bedankt sich für den Besuch des Anlasses, wünscht allen eine gute Zeit und beste Gesundheit. Im Anschluss wird das Essen serviert, Salat zur Vorspeise, Geschnetzeltes mit Spätzli und ein feines Dessert. Das Essen schmeckt hervorragend.




Während des Essens spielt die Polizeimusik einige zum Anlass passende Stücke. Wohl in der Hoffnung, dass Essen und schöne Musik die 'Spendierfreude' steigert, lassen unsere beiden Kollegen Peter Frick und Werner Fretz das 'Kässeli' kreisen. Die Spendenaktion ergibt einen Betrag von CHF 2'184.--









Mit dem Vorsatz, nächstes Jahr wieder zu kommen und noch mehr zu spenden, verlassen die Gäste nach und nach das 'Festgelände'. Gegen 22:00 Uhr sind auch die letzten Gäste auf dem Heimweg.

Von den Pensionierten nochmals ein herzliches Dankeschön für das gelungene Fest.

HP Kalbermatten


Fotos: Photo Basilisk, Roland Schweizer
Homepage: Werner Hohler
19. Dezember 2019